Mit seinem neuesten Band der Zeitschrift Grundschule aktuell (Band 170) reagiert der Grundschulverband auf die Entwicklungen im digitalen Umfeld im Bildungsbereich und gibt einen aktuellen Überblick. Wegen der Brisanz des Themas hat man sich entschieden, diese wichtigen Informationen allen Grundschullehrpersonen allen Interessierten zur Verfügung zu stellen, so dass diese Ausgabe der Zeitschrift kostenfrei beim Grundschulverband heruntergeladen werden kann.
Neben einem Überblick über den derzeitigen Forschungsstand in den Erziehungswissenschaften, in denen Chancen, Herausforderungen und Perspektiven der künstlichen Intelligenz im Grundschulbereich aufgezeichnet werden, und einem Glossar zum Thema Künstliche Existenz werden praktische Unterrichtserfahrungen präsentiert.
Bereits Kindern begegnet KI in Sprachassistenten, Suchmaschinen, in Form von personalisierten Filmempfehlungen, aber auch indirekt durch exakt auf sie zugeschnittene Medien- und Werbeangebote. Die rasante Entwicklung der Gesellschaft zeigt, dass die kritisch reflektierte Nutzung von KI zu einer Schlüsselkompetenz werden wird.
Darüber hinaus bietet KI das Potenzial, den Unterricht grundlegend zu bereichern. Sie ermöglicht personalisierte Lernwege, die auf die individuellen Bedürfnisse und das Lerntempo der Schülerinnen und Schüler eingehen können.
Es werden keine Patentlösungen präsentiert, sondern fundierte Impulse aus Theorie und Praxis für die weitere Beschäftigung mit dem Thema gegeben, die Entwicklungen aber auch kritisch diskutiert und die Auseinandersetzung mit erforderlichen Kompetenzen bei Grundschullehrkräften, Eltern und Kindern angeregt. Fundierte Beiträge zur grundschulpädagogischen Diskussion über KI, eine verständliche Einführung in die Funktionsweise dieser Technologien, praxisnahe Beispiele für den Einsatz von KI im Unterricht, aber auch Diskussionsbeiträge, die unterschiedliche Perspektiven aufzeigen, bieten Orientierung für die sichere, verantwortungsvolle und gewinnbringende Einführung und Anwendung künstlicher Intelligenz (KI) in der pädagogischen Praxis.
Bei allem innovativen Potential, dass die KI hat, stellen die Autorinnen und Autoren die Bedeutung von primären Erfahrungen im Bildungsprozess der Grundschule heraus:
Prof. Dr. Thomas Irion und Taha Ertuğrul Kuzu betonen in ihrem Artikel, Künstliche Intelligenz in der Primarstufe, dass trotz der Dringlichkeit des Themas aufgrund der zunehmend technologisierten Welt unmittelbare Naturerfahrungen und direkte persönliche Kontakte für Kinder unersetzlich sind. Sie stellen heraus, dass beispielsweise Brot backen oder gemeinsame Lesenächte von unermesslichem Bildungswert sind. Eine „Renaissance vielfältiger Primärerfahrungen“ (ebd. S. 6) wird von ihnen als Gegengewicht zur Förderung von KI-Kompetenzen gefordert, wohl wissend dass diese bedauerlicherweise in der Schule oftmals zu kurz kommen.
Performative Elemente und unmittelbare Begegnungen sind daher trotz KI im Religionsunterricht nicht wegzudenken, im Gegenteil als notwendiges Gegengewicht zu pflegen. Kritische Offenheit gegenüber der KI schult den Umgang mit ihr. Den müssen die Schülerinnen und Schüler u.a. im Religionsunterricht lernen.