Das Karl Rahner Haus

 
In der Fachwelt viel beachtet und mehrfach ausgezeichnet

 "Bau der Woche" (Februar 2006) auf der Homepage von Profiles of Selected Architects (PSA)  
 "Beispielhaftes Bauen" in der Stadt Freiburg zwischen 1998 und 2006 - am 6./7. Juli 2006 unter 18 Bauwerken ausgezeichnet von der Architektenkammer Baden-Württemberg
  Nutzung
Drei theologische Institute, die bisher an verschiedenen Standpunkten in Freiburg in Mietliegenschaften untergebracht waren, erhalten mit dem Neubau des Karl Rahner Hauses ein eigenes Gebäude und damit eine eigene Identität. Es sind dies das Institut für Pastorale Bildung, das Institut für Religionspädagogik und die Studienbegleitung für Studierende der Theologie. Diese drei Einrichtungen dienen vornehmlich der Förderung und Weiterbildung der Laientheologen in der Erzdiözese Freiburg.
 Städtebau
Das Gebäude liegt an der Habsburgerstrasse, einer stark befahrenen Zufahrtsstrasse in direkter Nähe zur Freiburger Altstadt, in einem Viertel, das zum einen durch die Villen und Geschäftshäuser der Jahrhundertwende (1900) sowie durch Büro- und Verwaltungsbauten geprägt wird. In direkter Nachbarschaft befinden sich im Norden in der Johanniterstrasse Jugendstilvillen, ein Seniorenheim aus den 60er Jahren (Heilig Geist Stift), sowie in der Habsburgerstrasse gegenüber der mächtige Verwaltungsbau des Herderverlages und das Pflegeheim der Vinzentinerinnen. Im Süden des Karl Rahner Hauses wurde das Pflegeheim St. Josefsheim, gebaut.
Das Gebäude gliedert sich in einen fünfgeschossigen „Kopfbau“ und einen viergeschossigen „Längsbau“. Die Ecke Habsburgerstrasse – Johanniterstrasse wird durch den bis zu drei Meter auskragenden Kopfbau akzentuiert, dessen Kante im Westen direkt auf der Grundstücksgrenze liegt.
Sämtliche Traufhöhen waren im Baugenehmigungsverfahren festgeschrieben worden. Das zunächst von der Stadt Freiburg geforderte zurückspringende Attikageschoss entlang der Johanniterstrasse wurde von den Architekten dahingehend interpretiert, dass aus dem viergeschossigen Längsbaukörper ein zweigeschossiges Volumen auskragt, dessen Attikakante nun als Gebäudeoberkante wahrgenommen wird.
 Entwurf
Der kubische Bau ist geprägt durch eine plastisch durchgeformten, auskragenden Baukörper und ist mit einer Haut aus ruppigen Torfbrandklinkern überzogen. Die Erschließung erfolgt über die Habsburgerstrasse. Über einen niedrigen Foyerbereich, an dem die Pforte und die Institutskapelle angegliedert ist, gelangt man in eine dreigeschossiges um vier Stufen abgesenkte Halle.
Von hier erreicht der Besucher die ruhig gelegenen Terrasse im Süden, den Speisesaal  und über eine „Treppenskulptur“ die Verwaltungsebenen der drei Institute.
Während die Bürobereiche sowie die Übernachtungszimmer im Längsbau untergebracht sind, wurden alle Räume, die der Tagung und Fortbildung dienen im Kopfbau untergebracht.  Der große mit Eichenholzpanelen getäfelte Karl Rahner Saal, eine Cafeteria und eine sonnige Dachterrasse mit Blick auf das Freiburger Münster und die bewaldeten Schwarzwaldberge im Osten runden das Raumprogramm ab.

In der Kapelle durchbrechen zwei gekippte, schräge Wände die strenge Orthogonalität des übrigen Gebäudes, auf den Unterzügen des Betonkreuzes lastet der auskragende Kopfbau, der Seminarbereich.
 Material
Sichtbeton, Eichenholz und grau durchgefärbter Terrazzo sind im Inneren die dominierenden Baustoffe.
Außenhaut   
Torfbrandklinker, sowie abgehängte Betonfertigteile mit eingelegten Klinkerriemchen.
Verbundfenster aus Eichenholz und Aluminium.
 Bodenbeläge
Terrazzo im Erdgeschoss in den Bereichen Foyer und Kapelle,
Eichendielen in den Tagungsräumen, Eichenindustrieparkett in den Büros und den Übernachtungsräumen.
                                                            Christof Hendrich, 05.08.2005

 
 
 
 
 
Das Institut für Religionspädagogik ist Initiator des Projektes „Kunst im Karl Rahner Haus“, um einerseits die vielfältigen Berührungspunkte zwischen Theologie und Kunst und andererseits die Vernetzung des Religionsunterrichts mit anderen Fächern offen zu legen und in den Räumen des Bildungshauses lebendig werden zu lassen.
Mehr dazu, auch zur aktuellen Ausstellung, erfahren Sie hier.
 
 
Der Freiburger Theologe und Jesuit Prof. Dr. Karl Rahner SJ, ist Namensgeber des Hauses und in vielerlei Hinsicht auch theologischer Impulsgeber dessen was in diesem Haus tagtäglich gearbeitet wird. Einige Gedanken dazu und eine Biografie finden Sie hier