Die Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz sieht die Elementarisierung als Schlüsselaufgabe der Verkündigung und insbesondere auch der Kommunionkatechese in den Gemeinden an. Gemeint ist dabei alles andere als eine Vereinfachung theologischer Inhalte, sondern es kommt auf die Beziehung zu den Kommunionkindern, ihren Eltern und Familien an, also darauf, die Inhalte so ins Spiel zu bringen, dass sich eine lebendige, lebensrelevante Auseinandersetzung aller Beteiligten entwickeln kann. Es handelt sich nicht um einen einseitigen Vermittlungsprozess, sondern um einen wechselseitigen, alle Seiten bereichernden Lern- und Wachstumsprozess.
„Sie sprachen miteinander über all das …“ (Lk24,14)
Impulse zur Kommunionvorbereitung - Arbeitshilfe Nr. 335 der Deutschen Bischofskonferenz
Die Emmauserzählung aus dem Lukasevangelium liefert das Modell für den gemeinsamen Weg der Kommunionvorbereitung. Sie versteht sich als ein Angebot an alle Beteiligte, die mit der Vorbereitung und ersten Feier der Kommunion zu tun haben, um über Wünsche und Erwartungen ins Gespräch zu kommen: „Trauern und zweifeln, hinzukommen, mitgehen, erzählen, zuhören, an Erfahrungen anknüpfen, die Heilige Schrift deuten, feiern, hoffen: All das sind elementare Erfahrungen, Zugänge, Inhalte, Strukturen und Lernformen im Glauben.“
Jährlich werden in Deutschland ca. 160000 Kinder und ihre Familien im Rahmen der Kommunionvorbereitung von vielen engagierten Katechetinnen und Katecheten begleitet. Familien vertrauen ihre Kinder den Teams in den Pfarrgemeinden an und haben den Anspruch und das Recht auf eine gute Vorbereitung auf die Kommunion. Die Kommunionkatechese wird verstanden als ein bedeutendes Beispiel der Evangelisierung, denn hier werden persönliche Lebens- und Glaubenserfahrungen ausgetauscht und an die nachfolgende Generation weitergegeben. Die Bischöfe betrachten die Kommunionvorbereitung als eine große Chance, als bedeutendes Handlungsfeld der Kirche. Es gilt sich damit intensiver zu beschäftigen und insbesondere den Blick zu weiten und die Familien in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit einzubeziehen. Die Arbeitsgruppe „Katechese und Mission“, die das Dokument erstellt hat, reflektiert die veränderten gesellschaftlichen Voraussetzungen und appelliert an alle Verantwortlichen, ihrer Verpflichtung gegenüber allen Kindern und ihren Familien, die in ganz unterschiedlichen Konstellationen zusammenfinden, gerecht zu werden und die gemeinsame Vorbereitung gut zu gestalten.
Auf Einsteckkarten am Ende der Arbeitshilfe werden Impulsfragen formuliert, die sich an alle Beteiligten der Kommunionvorbereitung richten, an die Kommunionkinder selbst, an ihre Eltern, an die Katechet*innen, an die Hauptverantwortlichen und die gesamte Gemeinde. Die Fragen spiegeln den partizipatorischen Anspruch der Arbeitshilfe wieder, indem insbesondere die Lebenserfahrungen der Eltern und Kinder ernstgenommen werden. Kommunionkatechese wird so verstanden als ein Lernprozess aller Gemeindemitglieder, die wie die Emmausjünger miteinander suchen, aufeinander hören, voneinander lernen und zu dem jede und jeder mit ihren und seinen Fragen und Erfahrungen etwas beitragen kann.
Die Kommunionvorbereitung konfrontiert die Gemeinden mit den Herausforderungen der säkularisierten Gegenwart und verpflichtet sie, sich den aktuellen Gegebenheiten zu stellen: „Wie kann ein Zugang zum Evangelium und ein Hineinwachsen in den Glauben in einer Gesellschaft unterstützt werden, in der eine christliche Erziehung oder Sozialisation und ein christliches Umfeld immer weniger vorauszusetzen sind? Wo, wann und wie berühren sich die Welt des Evangeliums und heutige Lebenswelten?" (S.9)
Diesen Fragen geht die Deutschen Bischofskonferenz in ihrer Arbeitshilfe nach und setzt damit Maßstäbe, die auch im Religionsunterricht der Grundschule umgesetzt werden sollten.
Die Broschüre kann hier erworben werden.
Die Broschüre kann als PDF-Datei hier heruntergeladen werden.