Kurzer Fachbeitrag zum interreligiösen Lernen in Kitas (Bundesministerium für Bildung)
Das Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat einen Internetbeitrag dazu veröffentlicht, wie in Kitas mit unterschiedlichen Religionen umgegangen werden sollte.
Dabei geht es um die kindgerechte Auseinandersetzung mit Religionen, ihren Festen und Bräuchen. Diese Auseinandersetzung im pädagogischen Alltag fördert Toleranz bei den Kindern und auch bei ihren Familien: Denn jede Kita ist „ein Ort gelebter Vielfalt und eines interkulturellen und -religiösen Miteinanders“. Weiter heißt es: „Die kindgerechte und pädagogische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Religionen in den Kitas schafft Toleranz.“
Damit dieses wertschätzende Miteinander gelingen kann, benötigen die Fachkräfte Kompetenzen im Bereich der religiösen Bildung: „Damit sie den religiösen Fragen und Vorstellungen respektvoll begegnen können, brauchen sie ein Grundwissen über die verschiedenen Religionen. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sich in Fort- oder Weiterbildungen mit religiöser Bildung und Erziehung auseinanderzusetzen. Religiöse Bildung und Erziehung ist somit kein Sonderbereich kindlicher Bildung, sondern alltagsintegriert in der frühkindlichen Bildung verankert.“
Der Beitrag ist eine gute Grundlage für die Selbstreflexion pädagogischer Fachkräfte ebenso wie für eine Auseinandersetzung zum Thema der religionssensiblen und interreligiösen Bildung im Team.
Den Beitrag können Sie kostenfrei auf der Homepage herunterladen: Umgang mit verschiedenen Religionen in Kitas
Praxisvorschläge zu interreligiösem Lernen aus dem IRP
Für Fachkräfte bietet die Publikationen „Interreligiöses Lernen“ aus der Fachreihe „Erleben&Erfahren. Kultur, Werte, Religion“ einerseits Wissen und andererseits erprobte Praxismodelle.

Die Welt trifft sich in der Kita – und mit den verschiedenen Nationalitäten und Kulturen der Kinder und ihrer Familien treffen auch unterschiedliche Religionen aufeinander. Bereits in der Kita wird der Grundstein dafür gelegt, dass der Umgang mit dieser Vielfalt gelingt. Mit dieser Publikation beleuchten wir verschiedene Facetten des Umgangs mit religiöser Pluralität und interreligiösem Begegnungslernen in Kitas. Denn es wird immer klarer, dass diese elementare pädagogische Arbeit ein Dienst am friedlichen Zusammenleben unserer Gesellschaft ist.
Im Thementeil zeigen wir, dass das interreligiöse Lernen Teil des Bildungsauftrages in Kitas und gleichzeitig auch schon Friedenserziehung in unserer pluralen Gesellschaft ist. Anschließend stellt Frieder Harz das Modell der interreligiösen Gastfreundschaft vor und Christina Fehrenbach zeigt den notwendigen Perspektivenwechsel für pädagogische Fachkräfte auf. Den religionssensiblen Umgang mit religiöser Vielfalt erläutert Nathalie Lichy. Matthias Hugoth legt die Möglichkeiten einer abendländisch-christlich orientierten Werteerziehung mit andersgläubigen Kindern in Kitas dar. Und schließlich gibt Abdel-Hakim Ourghi einen bemerkenswerten Einblick in die Frage, was Speisevorschriften wie das Schweinefleischverbot im Islam für das interreligiöse Begegnungslernen bedeuten und wie in Kitas ein aufgeklärter Umgang mit kulturell-religiös bedingten Rollenvorstellungen umgesetzt werden sollte.
Der Praxisteil beginnt mit einem Teamimpuls: ein Rollenspiel für pädagogische Fachkräfte, mit dem unterschiedliche Konzepte und Einstellungen zu interreligiösem Lernen in Kitas erkennbar werden. Einen deutschlandweit ausgeschriebenen Preis für „Leuchtturmprojekte interreligiöser Elternarbeit“ hat ein Freiburger Kooperationsprojekt erhalten: Ein bisschen anders. Ein interkulturelles, inklusives und interreligiöses Jahresprojekt. Dieses Projekt des inklusiven Kinderhauses Tabitha, des Familien- und Seniorenzentrums Zähringer Treff und des Instituts für Religionspädagogik stellen wir hier vor. Anschließend geben Christoph Knoblauch und Ingeborg Leenen einen Einblick in ein Praxisprojekt, das deutlich macht, wie Wertebildung im interreligiösen Kontext in der Kita gelingen kann. Schließlich präsentiert Sigrun Mittmann, wie Kindergartenkinder die großen Weltreligionen anhand religiöser Symbole kennenlernen und sich in einem interreligiösen Fachbereich bewegen. Ein Artikel lenkt den Blick auf Unterstützungsmöglichkeiten in der Begleitung von Kindern mit Fluchterfahrung in der Kita. Film- und Buchtipps geben Hinweise zu hilfreichen Medien rund um den Bereich des interreligiösen Lernens.
Die Ausgabe von 2016 kann für 8,-- € direkt im IRP-Shop Theo-Box bestellt werden. Hier können Sie auch Inhaltsverzeichnis, Editorial und eine Leseprobe herunterladen:
Alle Publikationen der Reihe „Erleben&Erfahren. Kultur, Werte, Religion in Kindertageseinrichtungen“ finden Sie hier:
