Hinweise zum Umgang mit dem Thema Krieg und Frieden in der Kita

Über die Nachrichten vom Krieg in der Ukraine bekommen schon Kinder im Kindergartenalter etwas von den Sorgen und Ängsten der Erwachsenen mit. Pädagogische Fachkräfte können das Thema Frieden in den Einrichtungen thematisieren, wenn Kinder von dem erzählen, was sie zu diesem Thema Krieg mitbekommen.
Bilderbuchtipp „Frieden“ (2021)
 
„Frieden ist ein Hallo, ein Lächeln, ein Herzen“, so beginnt das Buch „Frieden“ von Baptiste und Miranda Paul. „Frieden kommt vom Geben viel mehr als vom Nehmen. Wir müssen uns darum bemühen überall im Leben.“ Mit solchen Aussagen wird klar, dass bereits Kinder einiges dazu beitragen können, Frieden umzusetzen – ebenso wie das pädagogische Fachpersonal in Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen. „Dank Frieden kommen auch die Kleinsten zu Wort“. Die Wertschätzung von Vielfalt spielt im Buch eine große Rolle, da sie zur Friedenserziehung viel beitragen kann: „Dann leben wir versöhnt mit allen Unterschieden.“ Die Schlussaussage könnte eine Feststellung oder eine Hoffnung ausdrücken: „Wer Frieden hat stößt überall auf offene Ohren“. An den Blättern eines Baumes steht das Wort Frieden in mehr als 40 Sprachen. Dieser Zugang, der auch die eigenen Entscheidungen, Handlungen und Haltungen der Kinder (wie auch der Erwachsenen) stark beachtet, passt gut zu den Zielen und Anregungen aus dem Orientierungsplan für Kindergärten in Baden-Württemberg im Bildungsfeld „Sinn, Werte und Religion“. Im Entwicklungsfeld „Mit anderen leben“ heißt es:
  • „Wie lernen die Kinder, zwischen erwünschtem und unerwünschten Verhalten zu unterscheiden (gut und böse, richtig und falsch etc.)?“ D6
  • „Wie und wodurch werden Formen der Versöhnung Bestandteil der Handlungsmöglichkeiten?“ D6
  • „Welche Möglichkeiten werden den Kindern geboten, sich entwicklungsgemäß an der Werte- und Normbildung für die Gruppe … zu beteiligen?“ D6
Die farbigen Illustrationen der Mexikanerin Estelí Meza zeigen eine Welt voller Vielfalt in der die Menschen wie auch die sie umgebende Natur (Tiere und Pflanzen) divers dargestellt werden: Kinder unterschiedlicher Hautfarben, mit Brille oder Krücken. Die dargestellten Tiere sind Friedenssymbole unterschiedlicher Kulturen. All das bietet wunderbare Anknüpfungspunkte, um mit Kindern über die Wertschätzung von Pluralität und vorurteilsbewusster Wahrnehmung ins Gespräch zu kommen. IRP Freiburg, Referat Elementarpädagogik, Heike Helmchen-Menke
Nähere Informationen auf der Verlagsseite des Nord-Süd-Verlages. 
Dieses Medium find sie auch im Medienportal der Mediathek.
 
Die Pressestelle des Verlages schreibt:
„Täglich erschüttern uns neue Meldungen zu den Gräueltaten in der Ukraine. Wir finden auf die Geschehnisse kaum Antworten, müssen uns aber den Fragen der Kinder stellen. Einige unserer Bücher finden einen altersgerechten Umgang mit den Themen Krieg und Flucht. Aufgrund der hohen Nachfrage sind einige dieser Bücher derzeit vergriffen. Wir stellen sie daher digital und kostenlos zur nicht-kommerziellen Verwendung zur Verfügung:  hier
Die Bücher sind unter den oben genannten Links abrufbar und dürfen auch geteilt werden.“

Kostenfreies Material von eDidact zum Krieg in der Ukraine
Das Portal eDidact bietet unter dem Motto „Bildung von Anfang an“ Arbeitsmaterialien zum direkten Download für den Einsatz in der Kita.  Auf der Plattform wurden einige Materialien für den Elementarbereich zum Krieg in der Ukraine eingestellt. Sie stehen nach einer Registrierung auf der Plattform kostenfrei zur Verfügung: hier
 
Kostenfreie Webinaraufzeichnung: „Wie du mit Kindern über Krieg sprichst“
Das Fortbildungsportal für Kita-Fachkräfte Praxis-Kita stellt ein kostenfreies Webinar zur Verfügung, in dem sich Fachkräfte darüber informieren können, wie sie mit Kindern im Kindergartenalter über das Thema Krieg sprechen können.
 
Sie können sich hier registrieren und bekommen einen Link für das kostenfreie Anschauen des aufgezeichneten Webinars zugeschickt.
 
 
Beitrag: „Papi, müssen wir alle sterben?“ fragt ein vierjähriger Junge
„Papi, müssen wir alle sterben?“ fragt ein vierjähriger Junge am Tag des Einmarsches russischer Soldaten in die Ukraine. Der Vater des Kindes ist ein ehemaliger Kriegsberichterstatter. Wie er auf die Frage des Kindes eingegangen ist, schreibt er in einem Beitrag auf dem Nachrichtenportal „Spiegel.de“.
Der Beitrag kann kostenfrei auf der Online-Plattform des Portals gelesen werden.
 
Ein Kurzfilm für Kinder ab 5 Jahren Die Dornenhecke

Filmbeschreibung aus dem Medienportal: Florian und Malena, zwei kleine Kinder, spielen immer zusammen am Bach. Doch dann gibt es Krieg, und ihr Bach wird zur Grenze. Florian darf Malena nicht treffen, ja nicht einmal von ihr sprechen, denn sie gehört zur "anderen Seite". Als der Krieg aus ist, treffen sie sich sofort wieder: Doch der Stacheldraht hat ihren Bach in eine unwegsame Dornenhecke verwandelt. Aber sie finden einen Weg zueinander.Sie können den Film und auch begleitendes didaktisches Material auf dem Medienportal der Erzdiözese Freiburg kostenfrei herunterladen.
Mit Kita-Kindern Friedenstauben gestalten
Damit Kinder sich angesichts der Nachrichten über den Krieg nicht als ohnmächtig erleben, ist es eine gute Möglichkeit, dass sie gestalterisch tätig werden. Das online-Portal Ideenbörse-Kita stellt kostenfrei einige Gestaltungstipps und Bastelvorlagen für Kinder im Kindergartenalter vor. Mit diesen Friedenstauben können Kinder sowie die Einrichtung ein Zeichen für den Frieden setzen.
Diese Materialien können kostenfrei heruntergeladen werden.

Geflüchtete Kinder in den Kitas
Viele Familien aus der Ukraine flüchten. Einige kommen auch in Deutschland an. Einige der Kinder werden in Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen einen Platz bekommen und für kürzere oder längere Zeit Teil der Gemeinschaft sein. Das Institut für Religionspädagogik hat Materialien und Linktipps zusammengestellt, die unterstützen, das Thema Flucht (religions-)sensibel und kindgemäß aufzugreifen:Stichworte Flucht