Die Glaubens-WG – ein interreligiöses Experiment
Sechs Tage verbringen sechs junge Erwachsene unterschiedlicher Glaubensrichtungen in einer WG und fragen sich, was ihre Religionen voneinander trennt und miteinander verbindet.
Against All Gods heißt die Serie, in der ein Jude, eine Katholikin, ein Muslim, eine Hindu, ein Buddhist und eine Nichtgläubige sechs Tage eine Wohnung, ihr Essen und unzählige Gespräche teilen.
In abwechslungsreichen, unterhaltsamen Settings sprechen die sechs jungen Menschen über Themen wie Sünde und Vergebung, ihr Verhältnis zu Deutschland, Liebe, Sex und Partnerschaft, Tod sowie Krieg und Frieden.
Gegenseitiges Interesse und offene Gesprächshaltung zeichnet die Bewohner*innen aus. So erhalten die Zuschauer*innen Einblicke, wie die Teilnehmenden ihren Glauben leben und ihre Religion verstehen.
Die sechs 28minütigen Folgen sind zum Einsatz im Unterricht für interreligiöse Themen geeignet.
Dabei ist zu beachten, dass die Menschen aus ihrer je eigenen Perspektive sprechen und nicht als allgemeine Repräsentant*innen ihrer Religion fungieren können. Dennoch liegt die Chance im Konkreten, denn trotz religiöser Differenzen finden die Teile der Glaubens-WG in verschiedenen Punkten zueinander.
Auch wenn die Charaktere aus ähnlichen (oder anschlussfähigen) Milieus stammen, macht das Experiment Hoffnung, dass Menschen verschiedener Religionen und Atheist*innen friedlich - zuweilen durch die gegenseitige Bereicherung gar fröhlich - unter einem Dach zusammenleben können.
Eine Botschaft kann sein, dass religiöse Differenzen, wenn es um konkrete Menschen geht, gar nicht mehr so groß und unvermittelbar wirken. Eine weitere, dass es auch innerhalb der Religionen Diskussionen um die richtige Auslegung bzw. Lehre gibt. Ein Beispiel ist das Bibelverständnis und die konservativen Ansichten in puncto Sexualmoral der Katholikin Gloria, die einige Schüler*innen nicht teilen werden und die wissenschaftlich kommentiert werden dürfen.
Die Serie kann zeigen, dass Vielfalt bereichert und es sich dafür lohnt, kontrovers zu diskutieren, Unterschiede auszuhalten und eine Ambiguitätstoleranz zu trainieren.
Vielleicht haben Sie Lust bekommen, in die Serie hineinzuschnuppern?