Die hippen Missionare – Doku-Empfehlung

Über zwei Jahre haben sich die Macher mit heutigen tendenziell fundamentalistisch ausgerichteten christlichen Bewegungen beschäftigt, Aussteigerinnen und Insider begleitet und mit Stars der Szene gesprochen.

Quelle: BR/Ralph Gladitz

So bekommen wir Einblicke in perfekt inszenierte stimmungsmachende Bühnenshows des Augsburger Gebetshauses, in Jüngerschaftsschulen der Loretto Gemeinschaft, wo junge Menschen zu Lobpreisern ausgebildet werden, sowie in die Denkweise der amerikanischen FOCUS-Missionare, die immer mehr Einfluss in Hochschulgemeinschaften gewinnen.
Mit brillanter Rhetorik und vor einem schicken Hintergrund bieten charismatische Persönlichkeiten Orientierung, Sinn, Gemeinschaft und angeblich Wahrheit an. Und tausende von Menschen lassen sich davon ansprechen und berühren.
Mit zu dieser Art der Verkündigung des Evangeliums gehören antifeministische, sexnegative und queerfeindliche Inhalte, ein teils destruktives Gottesbild und wenig Platz für Selbstbestimmung und theologischen Tiefgang.
Diese Bewegungen werden immer einflussreicher, sie sind wirtschaftlich wie politisch erfolgreich. Der Film beleuchtet erzkonservative und rechtspopulistische Verquickungen in den USA und darüber hinaus. Er zeigt, dass es sich bei den christlichen Bewegungen nicht mehr um eine Randerscheinung handelt, sondern dass sie viele Anhänger*innen weltweit haben und beispielsweise vom Passauer Bischof Stefan Oster gefördert werden.  
 
Alle Religionslehrer*innen sollten diese Doku gesehen haben. Sie bietet sich auch zur Verwendung im Unterricht an.
Falls Sie danach noch können, empfehle ich die knapp halbstündige Doku: Radikales Christen in Deutschland: Kreuzzug von rechts.
 
Die Videos unterstreichen, wie wichtig ein Religionsunterricht ist, der die Schüler*innen zum eigenen Denken und zum vernunftbegabten Theologisieren befähigt und Geschichten von G*tt bereithält, der Liebe ist und die in die Freiheit führt.